Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich gut informiert – entscheiden bei Rauchalternativen aber nach Bauchgefühl

Von | September 20, 2026
Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich gut informiert – entscheiden bei Rauchalternativen aber nach Bauchgefühl

Jahrelang schien die klassische Zigarette an Bedeutung zu verlieren. Rauchverbote, Aufklärungskampagnen und der Aufstieg rauchfreier Alternativen sorgten dafür, dass insbesondere junge Menschen dem Rauchen zunehmend den Rücken kehrten. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass sich das gesellschaftliche Bild offenbar verändert. Vor allem unter jungen Erwachsenen gilt Rauchen wieder häufiger als modern.

Das geht aus dem aktuellen Nicotine Product Harm Perception Report 2026 von Haypp hervor, für den in Deutschland 2.000 Erwachsene befragt wurden.

Junge Erwachsene nehmen Rauchen wieder als Trend wahr

Während im Durchschnitt rund jeder vierte Deutsche (26,4 Prozent) der Aussage zustimmt, dass Rauchen wieder in Mode kommt, fällt dieser Wert bei jungen Erwachsenen deutlich höher aus. Unter den 18- bis 24-Jährigen sehen bereits 35,5 Prozent ein Comeback der Zigarette. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt der Anteil mit 36,8 Prozent sogar noch etwas höher.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das Image des Rauchens in den vergangenen Jahren verändert hat. Statt ausschließlich mit gesundheitlichen Risiken verbunden zu werden, wird die Zigarette von einem Teil der jüngeren Generation wieder stärker als Lifestyle-Element wahrgenommen.

Social Media spielt eine wichtige Rolle

Als möglicher Treiber gilt die zunehmende Präsenz von Zigaretten in sozialen Netzwerken und der Popkultur. Mehr als ein Viertel der Deutschen (25,8 Prozent) hat den Eindruck, dass Prominente und Influencer heute häufiger rauchend zu sehen sind als noch vor einigen Jahren.

Gerade Plattformen wie Instagram oder TikTok leben von Bildern, kurzen Videos und einer starken Inszenierung. Dadurch können auch alltägliche Gegenstände oder Verhaltensweisen ein neues Image erhalten. Die Studie legt nahe, dass dies auch für das Rauchen gilt.

Die Zigarette wirkt auf viele “cooler” als Alternativen

Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche rauchfreie Nikotinprodukte auf den Markt gekommen sind, verbinden viele Menschen das klassische Rauchen weiterhin mit einem stärkeren Lifestyle-Faktor.

27 Prozent der Befragten halten Zigaretten für cooler als das Dampfen mit E-Zigaretten. Gegenüber Nikotinbeuteln fällt dieser Unterschied sogar noch deutlicher aus: Mehr als jeder Dritte (36,8 Prozent) empfindet die klassische Zigarette als gesellschaftlich attraktiver.

Fehlvorstellungen über Nikotin bleiben weit verbreitet

Die Studie macht gleichzeitig deutlich, dass beim Thema Nikotin weiterhin große Wissenslücken bestehen. So glauben 73,5 Prozent der Deutschen, dass Nikotin selbst Krebs verursacht. Laut den Autoren der Untersuchung werde dabei häufig nicht zwischen dem suchterzeugenden Stoff Nikotin und den gesundheitsschädlichen Folgen des Verbrennungsrauchs einer Zigarette unterschieden.

Nach Einschätzung der Studienautoren könnten solche Fehlwahrnehmungen dazu beitragen, dass viele Menschen rauchfreie Alternativen ähnlich kritisch bewerten wie klassische Zigaretten. Dadurch verliere ein Wechsel auf potenziell weniger schädliche Produkte aus Sicht vieler Konsumenten an Attraktivität.

Deutschland sticht im internationalen Vergleich hervor

Im europäischen und internationalen Vergleich fällt die Entwicklung in Deutschland besonders auf. Während hierzulande mehr als jeder vierte Befragte ein modisches Comeback des Rauchens wahrnimmt, liegt dieser Wert in den USA beispielsweise lediglich bei 16,6 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen damit, dass sich das gesellschaftliche Bild der Zigarette derzeit verändert. Ob daraus langfristig auch wieder steigende Raucherzahlen entstehen, lässt sich aus der Studie zwar nicht ableiten. Sie macht jedoch deutlich, dass Rauchen insbesondere bei jüngeren Erwachsenen wieder stärker mit Lifestyle, Ästhetik und Popkultur verbunden wird als noch vor einigen Jahren.

Über die Studie

Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Censuswide im Auftrag von Haypp. Im März 2026 wurden hierfür deutschlandweit 2.000 Personen ab 18 Jahren zu ihrer Wahrnehmung von Nikotinprodukten und ihrem Wissen über gesundheitliche Risiken befragt.